Großbrand Matrei

Großbrand in Matrei am Brenner am 5. Mai 1916

„Deutsch-Matrei in Flammen“, „Mehr als der halbe Ort in Schutt und Asche“, so steht in der Abendausgabe der Innsbrucker Nachrichten vom 05. Mai 1916 zu lesen. Auch andere Zeitungen berichteten damals an mehreren Tagen über diese verheerende Brandkatastrophe in Matrei.

Bei heftigem Südwind kam gegen 14.30 Uhr im Heustadel beim Gasthaus „Zur Uhr“ (Gipserwirt), vermutlich durch Unvorsichtigkeit eines Angestellten oder Soldaten, ein Feuer zum Ausbruch. In kürzester Zeit standen der Stadel und das Wirtshaus in Flammen. Angefacht durch den Wind raste das Feuer durch die mit Schindeln gedeckten Häuser in Matrei und Mühlbachl und zerstörte binnen kurzer Zeit 55 Objekte samt Nebengebäude.

Zuerst breitete sich das Feuer auf der Ostseite der Häuserzeile aus bis hin zu den Häusern in Mühlbachl nach der Gabelung der Brenner- und der Ellbögener Straße und bis zum Brückenwirt bei der Pfarrkirche aus. Später griff es beim Gasthof „Zum Stern“ auch auf die Westseite über und entfachte auch die linke Häuserreihe bis zu den ersten Häusern nach Mützens hinauf.

Obwohl damals viele Männer im Krieg waren (in Matrei waren nur wenige Männer zum Löscheinsatz anwesend), erschienen die Feuerwehren (in alphabetischer Reihenfolge genannt) von Ellbögen, Gries am Brenner, Innsbruck (einige hundert Mann mit Dampfspritze und anderen Löschgeräten wurden laut Zeitungsmeldungen mit Sonderzügen nach Matrei gebracht), Mieders, Obernberg, St. Jodok-Stafflach, Schönberg und Steinach. Die Löscharbeiten gestalteten sich zusätzlich schwierig, weil die Sill Hochwasser führte. Aber durch den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehren und der Helfer (darunter Soldaten und russische Kriegsgefangene) konnte ein Übergreifen der Flammen auf südlich gelegene Häuser verhindert werden. Menschenleben waren glücklicherweise nicht zu beklagen. Auch das Vieh konnte in Sicherheit gebracht werden.

Durch Versicherungszahlungen, Unterstützung von Staat und Land sowie durch Spendensammlungen konnte mit dem Wiederaufbau rasch begonnen werden. Damit konnten die Einwohner das schöne Straßenbild von Matrei wieder herstellen.

 

Nachdem das Feuer unter Kontrolle gebracht wurde, zeigte sich den erschöpften Helfern und Bewohnern ein fast unglaubliches Bild: An der Hauptstraße des Marktes, mitten unter den niedergebrannten Hausruinen, steht ein Brunnen mit einer durch Holztafeln verkleideten Brunnensäule, welche oben mit einer ein Meter hohen hölzernen St.-Florian-Statue geziert ist. Die Verkleidung ist ringsum ziemlich an- und durchgebrannt, der hölzerne St. Florian ist nicht nur unberührt geblieben, sondern zeigt nicht einmal Schwärzungen durch Rauch, was die Menschen damals in große Verwunderung versetzte.

 

Bericht: Hörtnagl Christian

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